Zielsetzung des Projekts

Zielsetzung des Projekts

Das Ortenau Klinikum Offenburg, ein Maximalversorger mit 460 Betten, wird von uns seit 2006 in den Bereichen Qualitätsmanagement und Wirtschaftlichkeit betreut. Neben der Durchführung von zahlreichen Reorganisationsprojekten (z.B. perioperatives Prozessmanagement, Implementierung CIRS) zur Prozess- und Ressourcenoptimierung arbeiten wir eng mit dem Controlling zur Durchführung betriebswirtschaftlicher Analysen zusammen. Abgesehen von der Optimierung der Erlös- und Kostensituation ist es das Hauptziel, die Chefärzte stärker in die Mitverantwortung für die ökonomische Gesamtentwicklung zu nehmen. Grundlage hierfür ist eine regelmäßige, fachabteilungsbezogene Berechnung der Erlösentwicklung auf deren Basis sich eine klare Zielsetzung für die Führungsverantwortlichen formulieren und verfolgen lässt.

Umsetzung

Umsetzung

In Zusammenarbeit mit dem Controlling haben wir im Klinikum Offenburg ein automatisiertes, monatliches Berichtswesen zur Wirtschaftlichkeitsanalyse implementiert und die dahinterstehenden Controllingprozesse im Quartals- und Jahreszyklus definiert. Dieses Berichtswesen basiert auf einer umfassenden Data-Warehouse-Lösung des ZeQ, welche eine Berechnung der bewerteten Leistungsdaten auf Einzelfallebene erlaubt. Das wesentliche Merkmal der Auswertung ist die Aggregation der Daten zu einer Erlös- und Kostengegenüberstellung auf der Ebene der Fachabteilungen nach den InEK-Modulen.

Gemäß der Idee einer leistungsorientierten Budgetierung, bewerten wir die Leistungen auf Fachabteilungsebene mit den zugehörigen Erlösen und weisen für die Chefärzte bzw. weitere Leistungsträger erlösrefinanzierte Budgets aus. Für die Budgetierung der Bereiche legen wir ein Erlössplitting nach dem Verursachungs- bzw. Leistungserbringungsprinzip zugrunde. Zudem berücksichtigen wir bei der Erstellung der Budgets die Gesamtleistungen des Fachbereichs, also inklusive der Erlöse außerhalb des DRG-Bereichs. Mit der Software ließen sich folgende Ziele realisieren:

  • Kurzfristige Erfolgsrechnung mit dem Ziel der monatlichen Prognose des Jahresergebnisses
  • Klinikrechnung mit dem Ziel der Kosten- und Erlöszuordnung nach dem Verursachungsprinzip auf die Betten führenden Bereiche (Deckungsbeitragsrechnung)
  • Erlösorientierte Budgetierung für die einzelnen Leistungsbereiche
  • Erlössummenabgleich auf Gesamthausebene
  • Berücksichtigung der Nicht-DRG-Anteile an den Erlösen
  • Leistungsorientierte Aufteilung der Nicht-DRG-Erlöse

Durch das Einlesen und die Gegenüberstellungen der zugehörigen Kostenmodule wird eine monatliche Analyse von Kosten- und Erlösabweichungen in den einzelnen Leistungsbereichen möglich. Zudem berücksichtigt unsere Lösung flexible Überschussforderungen und weist aus, welche Renditeforderung sich daraus auf Gesamthausebene akkumuliert.

Ergänzend haben wir verschiedene Auswertungen für die prospektive Steuerung des Klinikums mit der Geschäftsführung und dem Controlling diskutiert und in der Software implementiert. So wurden z.B. folgende Berechnungsvariationen entwickelt:

  • Alternative Umsatzrenditen
  • Variationen des Basisfallwertes
  • Antizipation von durchschnittlichen Kostensteigerungen je Kostenart
  • Automatische Variationen von Modellannahme

Die Mitarbeiter des Controllings und der Geschäftsführung haben über einen Client jederzeit Zugriff auf den Berechnungsserver, können Berechnungen durchführen und Reports abrufen. Die Daten werden im Rahmen der Data-Warehouse-Lösung des ZeQ über Schnittstellen zu den verschiedenen Krankenhausinformationssystemen des Hauses automatisch aktualisiert.

Die Wirtschaftlichkeitsanalysen dienen zur Steuerung der Effizienz-steigerungsmaßnahmen sowie als Grundlage für die Zielvereinbarungsgespräche mit den Chefärzten. Weitere Reports – die sich aus der Generierung einer standardisierten Kostenträgerrechnung nach den InEK-Kalkulationsanforderungen ergeben – sind vorgesehen.

Ergebnis

Ergebnis

Durch die automatisierten Wirtschaftlichkeitsanalysen konnten die folgenden Verbesserungen erreicht werden:

  • Berichte werden zeitnah erstellt und berücksichtigen eine Vielzahl der in den KIS-Systemen des Hauses hinterlegten Informationen.
  • Berichte werden in standardisierter Qualität erstellt. Ihre Aussagekraft und Ausrichtung können leicht neuen Anforderungen entsprechend angepasst werden.
  • Berichte sind jederzeit und überall in aktualisierter Form verfügbar, wodurch sich die Einhaltung definierter Zielvorgaben zeitnah verifizieren lässt.
  • Die Berechnung der Berichte beruht auf der detaillierten Betrachtung der Einzelfälle im Haus, mit zum Teil hohem Berechnungsaufwand und entsprechend hoher Aussagekraft.
  • Die Leistung einzelner Mitarbeiter kann quantitativ erfasst und bewertet werden.

Ansprechpartner

Klemens Herrmann, Verwaltungsdirektor, Ortenau Klinikum Offenburg