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Die besten Krankenhäuser in Asien

09.06.2022

Unsere Forschungsreise geht in die zweite Runde. Heute führt uns unsere Suche nach den besten Krankenhäusern der Welt nach Asien. Unser Augenmerk wird vor allem auf China, Japan und Singapur liegen. Vor welchen Problemen stehen diese Länder im Bereich der Gesundheitsversorgung? Wie werden diese angegangen und was können europäische Krankenhäuser von den besten asiatischen Gesundheitseinrichtungen lernen? 
Um Antworten auf diese Fragen zu finden, sollte zunächst konkretisiert werden, was eine gute Gesundheitsversorgung überhaupt auszeichnet und an welchen Schrauben gedreht werden muss, damit eine Verbesserung eintreten kann, ohne dass andere wichtige Elemente aus den Augen gelassen werden.

Mit diesen Themen hat sich auch der amerikanische Professor für Medizin, William Kissick, beschäftigt. In seinem Buch Medicine's Dilemmas: Infinite Needs Versus Finite Resources (Unendliche Bedürfnisse versus endliche Ressourcen) stellt er erstmals das Konzept des „Eisernen Dreiecks der Gesundheitsversorgung“ vor, in dem drei konkurrierende Aspekte der Gesundheitsversorgung beschrieben werden: Zugang, Qualität und Kostendämpfung (Kissick, 1994). Jeder der Eckpunkte steht für identische Prioritäten. Die Erhöhung oder Verringerung einer der Prioritäten führt zu Veränderungen bei den anderen Aspekten. Der Schlüssel zu einer adäquaten Gesundheitsversorgung, egal an welchem Ort der Welt, liegt demnach in der richtigen Balance des "Eisernen Dreiecks" – hoher Zugang und hohe Qualität bei möglichst niedrigen Kosten. 

China, aber auch andere asiatische Länder haben mit allen drei Seiten dieses Dreiecks zu kämpfen. Auch wenn sowohl in China als auch in Japan ein Großteil der Bevölkerung krankenversichert ist, erhalten nicht alle Menschen die gleichen Gesundheitsleistungen. Häufig werden nicht alle medizinischen Kosten von den Krankenkassen übernommen und Geld sowie Investitionen fließen vor allem in die Gesundheitseinrichtungen der Städte Chinas. Dies gilt jedoch nicht nur für China: In vielen asiatischen Ländern ist die Mehrheit der modernen Krankenhäuser noch immer in städtischen Gebieten zu finden. Diese Krankenhäuser sind meist die erste Anlaufstelle, auch für die ländliche Bevölkerung. Aufgrund dessen haben viele kommunalen Gesundheitszentren Schwierigkeiten sich finanziell zu erhalten und qualifiziertes Personal zu akquirieren. Große regionale Unterschiede im Niveau der medizinischen Ausbildung des Personals und der allgemeinen Qualität der Gesundheitsversorgung sind die Folge (Koetse, 2019).
Unter anderem aus diesen Gründen führen das Peking Union Medical College Hospital (PUMCH) und die Chinese Academy of Medical Sciences im Jahre 2020 das Ranking zu den besten Krankenhäusern Chinas an, das von der Fudan University veröffentlicht wurde (CALCP, 2021). Die Bewertung der Gesundheitseinrichtungen setzt sich zusammen aus einem Reputationscore (80 %), der anhand von Expertenmeinungen erstellt wird, und einem Forschungsoutput-Score (20 %), gemessen an mehreren Indikatoren, wie der Anzahl der SCI-Papiere und der Anzahl der nationalen Wissenschafts- und Technologiepreise. Die soziale Reputation spiegelt den Serviceprozess und das akademische Output die nachhaltige Entwicklung wider (Xiong et al., 2017). 
Das Ranking der Fudan University zählt zu den wichtigsten Rankings Chinas. Es bezieht sich zwar hauptsächlich auf die Reputation, da Angaben zu den Behandlungsprozessen von den chinesischen Krankenhäusern eigenverantwortlich gemeldet werden und demnach als geringfügig objektiv einzuschätzen sind, jedoch wird argumentiert, dass das qualifizierteste Personal dazu neige, sich an die Krankenhäuser mit dem besten Ruf zu wenden. Krankenhäuser mit qualitativ gutem Personal haben häufig auch eine angemessene medizinische Versorgung (Xiong et al., 2017). Aufgrund der mangelnden quantitativen Daten gibt es jedoch insgesamt wenig Rankings, die China inkludieren.
 
Um weitere Einblicke in Asiens Gesundheitssysteme zu bekommen, machen wir nun einen kurzen Stopp in Japan. Laut dem ID Medical Ranking hat Japan eines der besten Gesundheitssysteme weltweit. Anhand der folgenden Faktoren wurden 24 OECD-Staaten miteinander verglichen: prozentualer Anteil des Bruttosozialproduktes, der für den Gesundheitssektor ausgegeben wird, die Anzahl von Krankenhausbetten, ÄrztInnen und Pflegekräften sowie die durchschnittliche Lebenserwartung der Bevölkerung innerhalb der Länder. Vor allem bei der Anzahl der ÄrztInnen, der Pflegekräfte und der Krankenhausbetten lag Japan weit vorne. Ebenso bezüglich der durchschnittlichen Lebenserwartung von fast 86 Jahren (BDAE e.V., 2021). 
Das University of Tokyo Hospital wurde in dem weltweiten Ranking der besten Krankenhäuser, welches jährlich von Newsweek veröffentlicht wird, zum besten Krankenhaus Japans gekürt und erzielte in der weltweiten Betrachtung Platz 13. Nur ein anderes ostasiatisches Krankenhaus liegt noch einen Platz vor dem University of Tokyo Hospital – das Singapore General Hospital (Mediengruppe Oberfranken – Fachverlage GmbH & Co. KG, 2022). 
Die Krankenhausbewertungen des Newsweek-Rankings ergeben sich aus Empfehlungen medizinischer ExpertInnen (55 %), Ergebnissen von PatientInnenbefragungen (15 %) und den medizinischen KPIs (Key Performance Indicators: Kennzahlen, mit denen sich die Leistung verschiedener Aktivitäten des Krankenhauses messen, abbilden und kontrollieren lassen) für Krankenhäuser (30 %), wie beispielsweise der Qualität von spezifischen Behandlungen, Hygienemaßnahmen und PatientInnensicherheit. Vor dem Hintergrund der weiter andauernden Corona-Pandemie wurden vor allem Krankenhäuser positiv bewertet, die Fähigkeiten wie schnelle Adaptionsfähigkeit auf neue Begebenheiten und Improvisationstalent für ein erfolgreiches Krisenmanagement vorwiesen (Cooper, 2022). 

Der Stadtstaat Singapur hat jedoch nicht nur ein Vorzeige-Krankenhaus: Seit Jahren verfolgen die Gesundheitseinrichtungen in Zusammenarbeit mit der Regierung eine Digitalisierungsstrategie mit besonderem Augenmerk auf künstliche Intelligenz (KI). Es gibt beispielsweise schon seit 2011 ein nationales elektronisches Gesundheitsregister und es etablieren sich immer mehr eng vernetzte „Smarte Kliniken“. In einigen Einrichtungen werden die Bewegungen der PatientInnen von der Aufnahme bis zur Entlassung in Echtzeit aufgezeichnet, um das Bettenmanagement zu verbessern, die Lokalisierung von PatientInnen zu vereinfachen und die Behandlungsprozesse sowohl effizienter als auch transparenter gestalten zu können (Evans, 2020).

Die restlichen Gesundheitssysteme Asiens sind bei weitem noch nicht so stark ausgebaut wie jene in Japan oder Singapur. Doch Asiens Gesundheitsmarkt erfährt trotzdem, oder gerade deswegen, schon seit einigen Jahren ein überdurchschnittlich hohes Wachstum. Starke Determinanten für dieses Wachstum sind vor allem demografische Faktoren sowie der Aufstieg einer finanzkräftigen Mittelschicht. Immer mehr Menschen müssen versorgt werden und immer mehr Menschen sind bereit, in eine adäquate Versorgung ihrer Gesundheit zu investieren (FONDSMAGAZIN, 2014). Dementsprechend wird die Entwicklung eines innovativen und digitalen Gesundheitssystems auch finanziell unterstützt. In Vietnam beispielsweise werden Apps im Bereich der Prävention entwickelt und in Singapur kommen Roboter für eine erste Diagnose und im Service zum Einsatz (Evans, 2020). Die Länder Asiens könnten also auch im Gesundheitsbereich bald an uns vorbeiziehen, wenn sie weiter ihr Wachstumspotenzial und ihre Innovationsfreude so gut nutzen. 
 

Literaturverzeichnis

BDAE e.V. (2021, 14. Juli). Das sind die besten Gesundheitssysteme der Welt. BDAE. Abgerufen am 24. Mai 2022, von https://bit.ly/3MuoTiA

CALCP. (2021, 24. November). Fudan’s 2020 China Hospital Rankings Released! Abgerufen am 24. Mai 2022, von https://bit.ly/3zsHQza

Cooper, N. (2022). World’s Best Hospitals 2022 - Top 250. Newsweek. Abgerufen am 24. Mai 2022, von https://www.newsweek.com/worlds-best-hospitals-2022

Evans, J. (2020, 21. Oktober). Gesundheitswesen in Asien: Von KI-Ministern und Roboter-Apothekern. Avoxa – Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH. Abgerufen am 24. Mai 2022, von https://www.pharmazeutische-zeitung.de/von-ki-ministern-und-roboter-apothekern-121236/

FONDSMAGAZIN. (2014, 12. November). Attraktive Gesundheitsmärkte in Asien. FONDSexclusiv. Abgerufen am 24. Mai 2022, von http://ww.fondsexklusiv.at/inhalt/kommentare-und-expertenmeinungen/attraktive-gesundheitsmaerkte-in-asien.html

Kissick, W. L. (1994). Medicine’s Dilemmas: Infinite Needs Versus Finite Resources (A Yale Fastback). Yale University Press.

Koetse, M. (2019, 20. Dezember). ‘Good Doctor’, Digital Hospitals: How Mobile Apps Are Alleviating China’s Healthcare Problems. What’s on Weibo. Abgerufen am 24. Mai 2022, von https://www.whatsonweibo.com/good-doctor-digital-hospitals-how-mobile-apps-are-alleviating-chinas-healthcare-problems/

Mediengruppe Oberfranken – Fachverlage GmbH & Co. KG. (2022, 3. März). Ranking: Die besten Kliniken der Welt. KU Gesundheitsmanagement. Abgerufen am 24. Mai 2022, von https://ku-gesundheitsmanagement.de/2022/03/03/ranking-die-besten-kliniken-der-welt/?msclkid=61eadf32d13011eca3dd06a64858ce32

Xiong, X., Gao, J., Zhang, B., Lu, J. & Luo, L. (2017). Introduction of Chinese hospital ranking method from the aspect of theoretical framework, practical choice and social effect. Journal of Hospital Management and Health Policy, 1, 4–400. https://doi.org/10.21037/jhmhp.2017.11.01

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