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Implementierung eines effizienten OP-Managements - Wie planbar sind Notfälle?

Zentraler Bestandteil eines effizienten OP-Managements im Krankenhaus ist eine verbindliche und einhaltbare OP-Planung. Die vorhandenen OP-Kapazitäten sind so effizient wie möglich zu nutzen, um kostenintensive Leerlaufzeiten zu vermeiden. Für das OP-Management ergeben sich somit hohe Anforderungen an die Gestaltung der täglichen OP-Pläne. Neben den Präferenzen der Fachabteilungen sind sowohl die Auslastung der Säle als auch die Realisierbarkeit der Planung im Rahmen der Regelarbeitszeit zu berücksichtigen. Die Planung eines OP-Tages beginnt idealerweise nicht erst am Vortag. Längerfristig geplante Operationen können in OP-Wochenplänen abgebildet werden und die Arbeit des OP-Managements in Bezug auf eine effiziente Planung und Koordination der Operationen deutlich erleichtern. Dies setzt jedoch eine Verbindlichkeit der Wochenplanung seitens der Fachabteilungen voraus.

 

Im Zuge der praktischen Umsetzung einer langfristigen OP-Planung stößt das OP-Management jedoch oftmals auf heftige Widerstände und Kritik. Eines der prominentesten Argumente gegen längerfristige OP-Planungen und Verbindlichkeiten in den Wochenplänen ist das tägliche Notfallaufkommen in Krankenhäusern. Aufgrund der vermeintlichen Unvorhersehbarkeit eines Notfalls sei dieser schwer planbar und es bedürfe einer flexiblen Reaktion hierauf. Ein Krankenhaus müsse daher ausreichende Notfallkapazitäten vorhalten und sei deswegen nicht in der Lage, eine längerfristige, verbindliche und auf eine effiziente Auslastung ausgerichtete OP-Planung vorzunehmen.

Diese Aussage lässt sich jedoch in zweierlei Hinsicht entkräften: Zum einen schließt das potenzielle Aufkommen an Notoperationen und das Vorhalten von Notfallkapazitäten eine mittel- bis längerfristige OP-Planung nicht aus. Im Rahmen der OP-Kapazitäten, die nicht für Notfälle vorgehalten werden, sind die Operationen elektiver Patienten ausreichend planbar. Dies setzt jedoch voraus, dass die geplanten Operationen durch die Sekretariate der operativen Fachabteilungen frühzeitig und entsprechend vorgesehener OP-Kontingente in einem zentralen OP-Planungsmodul erfasst und somit dem OP-Management zur Verfügung gestellt werden. Das OP-Management ist dann in der Lage, sich eine Wochenplanung mit festen Terminen ausgeben zu lassen, welche wiederum die Grundlage für die Folgetagplanung darstellt. Durch die festgelegten Planungskontingente der Fachabteilungen ist sichergestellt, dass Kapazitäten für das Notfallaufkommen freigehalten werden. Im Rahmen der Folgetagplanung kann das OP-Management dann auf kurzfristige OP-Anmeldungen seitens der Fachabteilungen reagieren, verschobene Operationen berücksichtigen oder die Notfallkapazität anpassen. Entgegen der oben genannten Feststellung besteht also durchaus die Möglichkeit, Notfälle zu berücksichtigen und gleichzeitig Planungssicherheit zu gewährleisten.

Darüber hinaus sollte die Aussage, das Notfallaufkommen sei nicht vorhersehbar und daher nicht planbar, grundsätzlich in Frage gestellt werden. Tatsächlich lassen sich Einflussfaktoren identifizieren, welche das Notfallaufkommen im Krankenhaus systematisch beeinflussen, beispielsweise Witterungsbedingungen, Ferienzeiten oder bestimmte Feiertage. Erfasst man das Notfallaufkommen eines Krankenhauses über mehrere Jahre und bereitet die Daten statistisch auf, lässt sich trotz individueller Schwankungen ein Muster des Notfallaufkommens identifizieren, welches zur Planung der Notfallkapazitäten herangezogen werden kann. Somit ist das Notfallaufkommen in einem Krankenhaus keineswegs eine unkontrollierbare unbekannte Variable. Die OP-Kapazität, welche für Notfälle vorgehalten und nicht verplant wird, darf also keinesfalls willkürlich festgelegt werden. Es empfiehlt sich, die Notfallkapazität am mittleren Notfallaufkommen zu bemessen [1].

Mit Schätzung des zu erwartenden Notfallaufkommens wird die Gefahr reduziert, zu hohe Notfallkapazitäten vorzuhalten, was zu teuren Saal-Leerlaufzeiten führen kann. Dagegen stehen die operativen Fachabteilungen vor einer erhöhten disziplinarischen Herausforderung den OP-Plan einzuhalten, insbesondere bei eng kalkulierter Notfallkapazität und gleichzeitiger hoher Saalauslastung. Nicht selten wird der Begriff des Notfalls daher weit ausgelegt, um zusätzliche OP-Kapazitäten zu gewinnen [2]. Um sicherzustellen, dass Notfallkapazitäten ausschließlich für tatsächliche Notfälle vorgehalten werden, muss das OP-Management eine präzise Notfalldefinition und entsprechende Notfallklassifikationen vornehmen. Grundsätzlich sollten folgende Voraussetzungen für eine Notfalloperation gelten:

  • Der Patient befindet sich in einem akuten, lebensbedrohlichen Zustand.
  • Der Patient gerät durch Verweigerung der Operation in einen akuten, lebensbedrohlichen Zustand.
  • Der Patient erleidet irreversible Schäden, sollte keine sofortige Operation erfolgen [2].

Mit Hilfe klarer Notfallklassifikationen lassen sich tatsächliche Notfälle leichter von fälschlicherweise deklarierten Notfällen unterscheiden und die Planbarkeit des Notfallaufkommens nochmals erhöhen.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass das Notfallaufkommen in einem Krankenhaus einer effizienten, mittel- bis längerfristigen OP-Planung nicht entgegensteht. Mit entsprechender Disziplin und OP-Planungsinfrastruktur sind elektive Eingriffe planbar und schließen das Vorhalten von Notfallkapazitäten nicht aus. Darüber hinaus ist der Umfang der Notfallkapazität, aufgrund systematischer Einflussfaktoren auf das Notfallaufkommen, durchaus quantifizierbar. Das OP-Management ist folglich in der Lage, die OP-Planung näher am realen OP-Aufkommen zu gestalten, wodurch sich die Wahrscheinlichkeit der Planeinhaltung erhöht.

Literaturangaben:

[1] Ansorg, J., Diemer, M., Herberer, J., Tsekos, E., W. von Eiff. (2009): OP-Management. Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Berlin.

[2]  Busse, T. (2005): OP-Management Grundlagen. Economica, MedizinRecht.de Verlag, Heidelberg

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