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„Den nächsten freien Termin haben wir im Januar 2023“

Personal­mangel und Kosten­steigerungen an deutschen Krankenhäusern und deren Folgen für die Patienten­versorgung

12.09.2022

Deutsche Krankenhäuser befinden sich durch Corona seit über zwei Jahren im Ausnahmezustand, doch die Lage scheint sich weiter zuzuspitzen. Die Kombination aus Personalmangel und -ausfällen sowie den anstehenden oder bereits eingetretenen Erhöhungen von Dienstleistungs-, Sach- und Energiekosten bringen unsere Gesundheitsversorger teils in eine bedrohliche wirtschaftliche Lage. Die Folgen sind vorübergehende Stationsschließungen oder das weitere Verschieben planbarer Operationen und Behandlungen, welche am Ende des Tages zu einer unzureichenden Patientenversorgung führen können. Nach Aussage vieler Krankenhäuser ist eine grundlegende Struktur- und Finanzierungsreform von politischer Seite dringend notwendig. Zu diesem Ergebnis kam eine repräsentative Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI), die im Folgenden zusammengefasst wird.

Bereits seit Pandemiebeginn nimmt in den deutschen Medien die Diskussion um Personalnotstand und wirtschaftliche Schieflage deutscher Krankenhäuser zu.  Eine Umfrage des DKI mit bundesweit 274 Krankenhäusern will die negativen Entwicklungen im deutschen Gesundheitswesen belegen. 95 % der in der Studie befragten Häuser gaben an, mehr Personalausfälle zu haben als sonst für diese Zeit üblich - etwa in Folge von Krankheit oder Corona bedingter Quarantäne.

 

Konsequenz dieser Personalengpässe könnten laut Aussage der Krankenhäuser zeitweise (Teil)schließungen von Stationen sein. Dies gaben 13 % der befragten Häuser an. Ganze 78 % prognostizierten aufgrund des Personalmangels im Herbst wieder planbare Operationen und Eingriffe verschieben oder absagen zu müssen, wie es bereits während der letzten beiden Jahre in den coronaintensiven Herbst- und Wintermonaten der Fall war.

Hinzu kommen die aktuellen Preiserhöhungen in verschiedenen Bereichen, von denen auch Krankenhäuser maßgeblich betroffen sind. Allen voran sind hier Kostensteigerungen im Energiesektor zu nennen, die mit durchschnittlich +60 % höheren Kosten erheblich zu Buche schlagen. Geplante oder bereits eingetretene Preiserhöhungen von Gasversorgern nannten 55 % der befragten Krankenhäuser, bei Stromversorgern sind es 62 %. Einzelne Häuser gaben in diesem Bereich sogar Preissteigerungen von bis zu +225 % an. Hinzu kommen Kostensteigerungen von +22 % für medizinischen Bedarf, wie beispielsweise Medikamente, Implantate und medizinische Verbrauchsmaterialien, sowie für externe Dienstleister wie Wäschereien, Lebensmittel und Reinigung (+17 %).

 

Die Studie des DKI resümiert, dass diese Kostensteigerungen zu einer wirtschaftlichen Schieflage führen könnten, die von den Krankenhäusern langfristig nicht gestemmt werden kann. So gaben 96 % der befragten Häuser an, die aktuellen höheren Kosten aus den regelhaften Erlösen langfristig nicht finanzieren zu können. Darüber hinaus verfügen die meisten Krankenhäuser (87 %) auch über keine Rücklagen mehr, die zur Refinanzierung verwendet werden könnten.

Um die Lage abschließend im Gesamtkontext zu betrachten, wurden die Häuser um eine politische Bewertung der Situation gebeten. Das Urteil fiel eindeutig aus: Kein einziges der Krankenhäuser gab an, von der Bundesregierung vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen hinreichend unterstützt zu werden.

 

Der kommende Winter 2022/2023 könnte für einige Krankenhäuser in Deutschland zwischen Fortbestand und finanziellem Notstand entscheiden. 94 % der befragten Einrichtungen forderten daher eine politische Struktur- und Finanzierungsreform, um den aktuellen und bevorstehenden Herausforderungen gewachsen zu sein.

Die Not der Krankenhäuser scheint zunächst einmal von der Politik erhört worden zu sein. So ist aktuell ein Hilfspaket aus Bundes- und Landesmitteln für Krankenhäuser in Planung, das in den nächsten Tagen von Gesundheitsminister Karl Lauterbach vorgelegt werden soll (Stand 9. September 2022)1.  Die genauen Details zum Paket bleiben abzuwarten und auch, ob dieses bei den Krankenhäusern, der Belegschaft und den PatientInnen zu einer höheren Zufriedenheit führen kann.

 

Grundlage für diesen Blogbeitrag ist die vom Deutschen Krankenhausinstitut (DKI) im August 2022 durchgeführte repräsentative Befragung von bundesweit 274 Krankenhäusern ab 50 Betten. Die vollständige Befragung kann eingesehen werden unter https://www.dki.de/sites/default/files/2022-09/2022_08_24%20Krankenhaus-Pool_Dr%C3%A4ngende%20Problemlagen.pdf

1 https://www.bibliomedmanager.de/news/lauterbach-und-laender-zimmern-finanzhilfen-fuer-kliniken

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