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„Wir brauchen dringend einen Neubau“

23.09.2021

Als Krankenhausberatung hören wir bei unseren Terminen in den Kliniken oft diesen Satz: „Wir brauchen dringend einen Neubau.“ Auf die Nachfrage, wie weit denn die Planung schon gediehen ist, erhalten wir dann oftmals eine Aufzählung an Gründen, warum die Planung noch nicht so weit ist, wie sie eigentlich sein sollte. Zusammengefasst liegen die Gründe aus Sicht der Antwortenden in der Regel in Abhängigkeiten der Neubauplanung mit anderen, oftmals gar nicht durch die Klinik selbst beeinflussbaren Faktoren.

Unbestritten ist die Realisierung eines Klinik-Neubaus eines der größten Abenteuer einer Klinikleitung. Für die Finanzierung mit öffentlichen Fördergeldern sind unzählige Abstimmungen mit den Förderbehörden notwendig. Die Bauabwicklung selbst hält dann auch viele Tücken bereit.

Auf diese Themen will dieser Blog aber nicht eingehen. Ich möchte den Fokus auf den klinikinternen Prozess zur Planung eines Neubaus legen. Denn dieser liegt in Wahrheit ausschließlich in der Hand der Klinik selbst. Ich spreche im Folgenden von der baulichen Zielplanung.

Strategische vor baulicher Zielplanung

In manchen Bundesländern bestehen seitens der Förderbehörden Richtlinien oder Vorgaben zu den Inhalten und der Struktur einer schriftlichen baulichen Zielplanung als Grundlage für die finanzielle Förderbarkeit einer Gebäudeinvestition. Oftmals verlangen diese Vorgaben eine strategische Zielplanung als Ausgangspunkt der baulichen Zielplanung.
ZEQ unterstützt diese Reihenfolge ausdrücklich. Der erste Schritt für die Erarbeitung einer baulichen Zielplanung muss immer die Auseinandersetzung der Klinik mit ihrer inhaltlichen Weiterentwicklung sein (strategische Zielplanung). Hierbei entstehen automatisch Rahmenbedingungen, die für die bauliche Zielplanung bedeutsam sind.
Erst wenn die strategische Zielplanung abgeschlossen ist, kann aus Sicht von ZEQ sinnvoll der Prozess der baulichen Zielplanung beginnen. Aus den Ergebnissen der strategischen Zielplanung lassen sich folgende für die bauliche Zielplanung bedeutsamen Informationen gewinnen:

  • Bettenbedarfe der Fachabteilungen
  • Aussagen zu Hotel- und Servicequalitäten, auch Berücksichtigung gehobener räumlicher Anforderungen für Privatpatienten
  • Funktionsdiagnostische Erweiterungen oder Reduktionen auf Grund von Auslagerungen (Flächenbedarf)
  • Optimierungsbedarfe bei bestimmten Prozessen, die erst mittels eines Neubaus realisiert werden können
  • Für Psychiatrien zusätzlich:
    • Integriert tagesklinische Plätze
    • Organisation der Teams für die stationsäquivalente Behandlung (StäB)
    • Organisation des Aufnahme- und Belegungsmanagements

Im Rahmen der baulichen Zielplanung müssen dann weitere Eckpunkte festgelegt werden:

  • Zimmerkategorien (Ein-Bett-, Zwei-Bett- und Mehr-Bett-Zimmern) und deren Anzahl
  • Anzahl Patientenzimmer/Betten pro Station (ggf. differenziert nach Fachabteilungen)
  • Ausstattung der Zimmer mit Nasszellen
  • Anordnung von Arzt- und Therapeutenzimmern (auf den Stationen oder abseits)
  • Zuordnung von Stationen zu Fachabteilungen oder nur Trennung in operativ und konservativ
  • Für Psychiatrien zusätzlich:
    • Geschlossen und offen zu führende Bereiche
    • Sicherheitskonzept
    • Bauliche Trennung von Unterkunft und Therapie
    • Bauliche Anforderungen der Spezialtherapien (Musik-, Kunst-, Tanz-, Bewegungs- und Ergotherapie)

Beide Aufzählungen sind nicht abschließend zu verstehen. Sie sollen die Vielzahl an Fragestellungen verdeutlichen, mit denen sich die Klinikverantwortlichen im Rahmen der Erarbeitung einer baulichen Zielplanung auseinandersetzen müssen.

Strukturierte Analyse der Bestandsgebäude

Ebenfalls sollte zum Zeitpunkt der Erarbeitung einer baulichen Zielplanung eine strukturierte Analyse der Bestandsgebäude vorliegen. ZEQ hat für die Bewertung der Stationsgebäude einen Standard entwickelt, der insgesamt 10 Kriterien anhand von 39 Items beleuchtet. Mittels dieser Kriterien lassen sich die Bestandsgebäude hinsichtlich ihrer Zukunftsfähigkeit bewerten:

 

Die Items werden mittels eines Bogens durch ZEQ-Berater:innen im Rahmen von Gebäudebegehungen erhoben. Parallel dazu werden Interviews mit den Nutzern der Gebäude (Führungskräfte und Mitarbeitende) geführt. Die Ergebnisse werden grafisch aufbereitet, so dass ein sehr transparenter Überblick über die Stärken und Schwächen der einzelnen Gebäude entsteht.

Durch den Abgleich der im Rahmen der baulichen Zielplanung erarbeiteten Anforderungen an die künftigen Gebäude mit den Ergebnissen der Analyse der Bestandsgebäude lässt sich festlegen, für welche Gebäude künftig ein Ersatz oder eine Veränderung geschaffen werden muss.

Im Ergebnis erfasst somit die bauliche Zielplanung den Bedarf an Veränderungen in den Bestandsgebäuden als auch die notwendigen Kapazitäten, Qualitäten und sonstigen Anforderungen an einen Neubau (oder die Neubauten).

Bestandteil einer baulichen Zielplanung muss auch das Nachdenken über mögliche Nachnutzungen der nicht mehr für den Klinikbetrieb nutzbaren Bestandsgebäude sein. Sofern keine sinnvolle Nachnutzung möglich ist, muss die Entscheidung für einen Abriss des Gebäudes getroffen werden.

Planung der Umsetzung

Der letzte Schritt einer baulichen Zielplanung umfasst die Planung der zeitlichen Realisierung der erarbeiteten Konzeption. Dabei steht zunächst nicht die Benennung konkreter Jahreszahlen im Vordergrund, sondern vielmehr die zeitliche Reihenfolge der Umsetzung. Vergleichsweise leicht ist die Umsetzung von baulichen Zielplanungen, die größere Neubauten vorsehen. Hier kann ggf. der Neubau für die temporäre Verschiebung von Klinikeinheiten genutzt werden, um Bestandsgebäude für eine bauliche Ertüchtigung (Renovierung / Um- und Anbau) freizuziehen. Besteht eine solche Möglichkeit nicht, muss über die Schaffung von Ausweichquartieren mittels Bauten in Modulbauweise („Container“) nachgedacht werden.

Wir empfehlen, die bauliche Zielplanung in Form von Workshops zu erarbeiten. Als Teilnehmende sollten neben der Klinikleitung auch die Führungskräfte der in die bauliche Zielplanung einbezogenen Kliniken oder Abteilungen vorgesehen werden. Die Leitung der Bauabteilung, die Personalvertretung und auch die Stellen der Klinik, bei denen die Steuerung der Prozesse verortet ist (oftmals Qualitätsmanagement), sind aus unserer Sicht wichtige Teilnehmende an den Workshops.

Da es bei der baulichen Zielplanung um die Verteilung wichtiger, aber knapper Ressourcen geht, verlaufen solche Workshops oftmals sehr diskussionsintensiv und auch emotional. Daher empfehlen wir, die Moderation und damit sinnvollerweise auch die gesamte Steuerung des Prozesses der baulichen Zielplanung in externe Hände zu geben. ZEQ hat in den letzten Jahren eine Vielzahl solcher Projekte begleitet.

Die folgende Abbildung stellt abschließend die Einbettung der baulichen Zielplanung in den Kontext strategischer Zielplanung, Ist-Analyse der Bestandsgebäude und Umsetzungsplanung dar.

 

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