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„Wir sind nicht der Feind!“ - Die Rettungsdienstbefragung

Montagmittag in einer Zentralen Aufnahme. Stress pur: Der Wartebereich ist brechend voll und die Masse der Hilfesuchenden ist kaum zu bewältigen. Einige Patienten haben sich noch durch das Wochenende geschleppt und heute Morgen den Hausarzt aufgesucht. Nun kommen sie alle gleichzeitig zur weiteren Abklärung ins Krankenhaus. Anspruchsvolle Ambulanzpatienten fordern ihr Recht auf kurze Wartezeiten ein und elektive Patienten suchen Orientierung. Und dann kommt auch noch der Rettungsdienst.

 

Montagmittag in einem Rettungswagen. Stress pur: Der zehnte Alarm des Tages wird durch die Rettungswache durchgegeben: eine ältere Person hatte einen Unfall in der Innenstadt. Zäher Verkehr in den Straßen, schweres Durchkommen und dann endlich am Ort des Geschehens. Der Notarzt trifft auch gerade ein. Schnelle Entscheidung: Die Patientin muss stabilisiert werden und sofort zur Behandlung in ein Krankenhaus. Die nächsten Schritte sind klar, der Patient wird in der Notaufnahme vorangemeldet und es geht mit Blaulicht durch den Verkehr. Unterwegs meldet sich die Rettungswache schon wieder. Und dann kommt der Rettungsdienst in die Notaufnahme.

Die Notaufnahme und der Rettungsdienst: Unterschiedliche Erwartungen, Bedürfnisse und Strukturen treffen aufeinander. Der Rettungsdienst kommt mit seinem Patienten in einen Mikrokosmos, in dem sich Patienten mit den unterschiedlichsten Anliegen sowie das Personal mit den entsprechenden Fachdisziplinen zurechtfinden müssen. Und nicht selten fühlt er sich dort als Störfaktor.

Für ein Krankenhaus ist der Rettungsdienst allerdings ein wichtiger Kooperationspartner. Er entscheidet darüber, welches Krankenhaus er anfährt und damit über Erlöse des Hauses. Doch wie schätzt der Rettungsdienst die Situation in der Notaufnahme ein? Welche Erwartungen hat er? Und was hält ihn davon ab, eine Notaufnahme anzufahren? Sind diese denn tatsächlich konträr zu denen der Krankenhausmitarbeiter?

Die Antworten zu diesen Fragen liefert eine Rettungsdienstbefragung. Diese kann durch einen Fragebogen oder auch durch Interviews durchgeführt werden. Gleichzeitig ist die Befragung des Rettungsdienstes schon eine erste Maßnahme zur Intensivierung der Zusammenarbeit.

Die Analyse der Ergebnisse zeigt, dass der Erstkontakt zwischen Notaufnahme und Rettungsdienst im Rahmen der telefonischen Anmeldung am wichtigsten ist:

  • Ein kompetenter Telefonpartner und eine Information über die Kapazitäten bilden die Basis für den weiteren Ablauf.
  • Der Rettungsdienst wünscht sich klare Zuständigkeiten bei Ankunft und eine rasche Übergabe.
  • Die Mitarbeiter des Rettungsdienstes wünschen sich Interesse am Übergabegespräch durch Pflege und Ärzte.

Nicht angefahren wird ein Haus, wenn die räumlichen Gegebenheiten (Wagenhalle, Transportbereich) schlecht sind, wenn die Wartezeiten für Patienten unangemessen sind oder auch, wenn das Haus häufig keine Kapazitäten hat. Auch das Thema Wertschätzung für den Rettungsdienst spielt eine wichtige Rolle.

Klare Zuständigkeiten, übersichtliche Strukturen, Transparenz und flüssige Abläufe sind die Bedürfnisse des Rettungsdienstes. Von einem gegensätzlichen Interesse bei den Mitarbeitern der Notaufnahmen kann also nicht die Rede sein. Im Gegenteil: Ein gemeinsames Projekt zur Optimierung der Strukturen in der Notaufnahme und der Kooperation mit dem Rettungsdienst entwickelt Strukturen der Zusammenarbeit, baut Stressfaktoren auf beiden Seiten ab und erhöht die Motivation, eine Notaufnahme anzufahren.

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