Sektorenübergreifende Versorgung bei den weltweit besten Krankenhäusern

07.01.2026

Zur Förderung der Anpassung von Strukturen in der Krankenhausversorgung errichtete das Bundesamt für Soziale Sicherung im Rahmen der Krankenhausreform einen Transformationsfonds. Zu den förderfähigen Vorhaben des Fonds zählt auch die Umstrukturierung eines Krankenhausstandortes in eine sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung (Bundesministerium der Justiz, 2025).1

Auch wenn der Begriff der sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtung bislang keiner einheitlichen gesetzlichen Definition unterliegt (§ 115g Abs. 3 SGB V), verdeutlicht er den zunehmenden Anspruch des Gesundheitswesens, die bislang weitgehend getrennten Versorgungssektoren stärker zu verzahnen. Konkret entsteht derzeit ein neues Versorgungskonzept, dessen genaue Ausgestaltung Gegenstand gesundheitspolitischer und organisatorischer Diskussionen ist.

Die genannten Einrichtungen vereinbaren stationäre Leistungen mit ambulanten Leistungen, Übergangs- und Kurzzeitpflege und verzahnen verschiedenste AkteurInnen aus dem Gesundheitswesen miteinander. Es geht also konkret darum, eine bessere Zusammenarbeit zwischen ambulantem und stationärem Sektor herzustellen (Doctolib, n.d.).2 Dies soll die Effizienz in der Patientenversorgung optimieren. Welches Krankenhaus eine solche sektorübergreifende Versorgungseinrichtung wird, bestimmen die für die Landeskrankenhausplanung zuständigen Behörden zusammen mit den Landesverbänden der Krankenkassen (Heuking Kühn Lüer Wojtek, n.d.).3

Doch wie sieht sektorübergreifende Versorgung in der Realität aus? Welche Maßnahmen wurden in anderen Kliniken zur besseren Verzahnung von AkteurInnen im Gesundheitswesen bereits etabliert? Hierfür möchten wir die besten Krankenhäuser der Welt noch einmal genauer unter die Lupe nehmen und ihre Ansätze vorstellen, die auch in deutschen Kliniken maßgeblich zur Umstrukturierung beitragen können.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Interdisziplinäre Zusammenarbeit bedeutet, dass verschiedene medizinische Fachrichtungen eng zusammenarbeiten, um den PatientInnen die bestmögliche Versorgung zu bieten. Dies umfasst beispielsweise gemeinsame Fallbesprechungen, koordinierte Behandlungsmethoden und eine teamorientierte Herangehensweise an komplexe Erkrankungen.

Die enge fachübergreifende Zusammenarbeit stellt in internationalen Spitzenkliniken einen wichtigen Grundpfeiler der Versorgungsqualität dar. Interdisziplinäres Arbeiten wird hier nicht als Zusatz, sondern als integraler Bestandteil der klinischen Organisation verstanden. ÄrztInnen, Pflegekräfte, TherapeutInnen sowie Fachkräfte aus Diagnostik und Rehabilitation agieren in abgestimmten Teams, die den gesamten Behandlungspfad gemeinsam gestalten. Von der Erstdiagnose über operative und intensivmedizinische Versorgung bis zur Nachsorge. Durch die konsequente Vernetzung entsteht eine Versorgungskontinuität, die medizinische Spitzenleistung mit organisatorischer Effizienz verbindet.4,5,8,9

Besonders deutlich tritt dieses Prinzip im Sheba Medical Center hervor. Dort wird das Konzept einer 360-Grad-Patientenbetreuung umgesetzt, in dem multidisziplinäre Teams aus OnkologInnen, HämatologInnen, PathologInnen und Pflegefachkräften zusammenarbeiten. Ergänzt werden Kernteams durch PsychologInnen, SozialarbeiterInnen und ErnährungsberaterInnen. So wird sowohl die körperliche als auch die psychosoziale Dimension von Krankheit und Heilung adressiert. Das Ergebnis ist eine Versorgung, die den Menschen in seiner Ganzheit in den Mittelpunkt stellt.6

Ein vergleichbar umfassendes Verständnis interdisziplinärer Versorgung zeigt sich im Singapore General Hospital. In Kooperation mit fünf nationalen Fachzentren werden dort komplexe Krankheitsbilder über Fachgrenzen hinweg behandelt. Dieses Netzwerk ermöglicht eine hochkoordinierte und zugleich patientenorientierte Versorgung, die durch spezialisierte Expertise und strukturierten Wissensaustausch geprägt ist.7

Sektorenübergreifende Versorgung

Sektorenübergreifende Versorgung bezeichnet die koordinierte Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Bereichen des Gesundheitssystems, zwischen ambulanter und stationärer Versorgung, Pflege, Rehabilitation und sozialer Unterstützung. Ziel ist es, den PatientInnen eine nahtlose, ganzheitliche Versorgung zu bieten.

Die Mayo Clinic stellt ein internationales Paradebeispiel in der sektorenübergreifenden Arbeit dar: Mit ihrem Programm ,,Amplify Expertise“ können lokale Gesundheitsdienstleister auf das klinische und wissenschaftliche Fachwissen der ExpertInnen der Mayo Clinic zugreifen, um Diagnosen zu validieren und Behandlungsstrategien gemeinsam zu entwickeln. Für PatientInnen bedeutet dies den Zugang zu internationaler Spitzenexpertise, ohne ihre lokale Versorgungsumgebung verlassen zu müssen.10

Auch das Karolinska Universitetssjukhuset in Stockholm steht exemplarisch für die Umsetzung interdisziplinärer Zusammenarbeit. Seine duale Führungsstruktur mit einer gleichberechtigten ärztlichen und pflegerischen Leitung stärkt die horizontale Kooperation und ermöglicht definierte Zuständigkeiten innerhalb komplexer Versorgungsprozesse. Zugleich werden durch enge Partnerschaften mit wissenschaftlichen Einrichtungen und industriellen Akteuren innovative Ansätze, etwa zur Nutzung künstlicher Intelligenz, direkt in den klinischen Alltag integriert.14,15

Internationale Spitzenkliniken aus aller Welt verfolgen ähnliche Modelle einer integrierten Versorgung: Das Johns Hopkins Hospital etwa verbindet medizinische Spitzenleistung mit partizipativen Strukturen, in denen PatientInnen und ihre Familien aktiv in die Gestaltung von Versorgungsprozessen einbezogen werden.12,13 Die Charité in Berlin setzt auf spezialisierte Versorgungszentren, die ambulante und stationäre Angebote miteinander verknüpfen und so insbesondere für chronisch Erkrankte eine kontinuierliche Betreuung sicherstellen.17 Das Universitätsspital Zürich etabliert derweil eine enge Kooperation mit zuweisenden ÄrztInnen, um übergreifende Behandlungsverläufe zu koordinieren und Doppeluntersuchungen zu vermeiden.18

Führende Krankenhäuser weltweit sehen die interdisziplinäre und sektorenübergreifende Versorgung nicht als organisatorisches Zusatzkonzept, sondern viel mehr als Ausdruck einer neu gedachten Versorgungsphilosophie. 

Pflegegeleitete Gesundheitsmodelle

Pflegegeleitete Gesundheitsmodelle rücken die Pflege als verantwortungsvolle und zugleich integrative Profession in den Mittelpunkt der Patientenversorgung. Sie basieren auf der Prämisse, dass hochqualifiziertes Pflegefachpersonal nicht nur unterstützend, sondern gestaltend in die Versorgungsprozesse eingebunden wird. Diese Modelle tragen dazu bei, Versorgungsengpässe und Kontinuitätslücken zu reduzieren und die Effizienz des Gesundheitssystems insgesamt zu erhöhen. Gleichzeitig fördern sie eine patientenzentrierte Versorgung, in der pflegerische Expertise und ärztliche Kompetenz ineinandergreifen. Dies stellt die Basis einer ganzheitlichen und qualitativ hochwertigen Behandlung dar.

Die Cleveland Clinic gilt hierbei als Vorreiter. Der Einsatz von Advanced Practice Registered Nurses ermöglicht das Einbinden von Pflegefachpersonen in eigenständiger Versorgungsverantwortung. Sie führen Anamnesen durch, stellen Diagnosen, entwickeln Behandlungspläne und verschreiben Medikamente. Tätigkeiten, die traditionell der ärztlichen Berufsgruppe vorbehalten waren. Ergänzend unterhält die Cleveland Clinic eine Partnerschaft mit den CVS MinuteClinics, wohnortnahen Walk-in-Gesundheitsstationen, in denen Nurse Practitioners PatientInnen mit weniger komplexen Erkrankungen selbstständig betreuen. Die Klinik gewährleistet dabei durch Supervision und Qualitätsmanagement ein hohes medizinisches Versorgungsniveau.19.20

Auch das Toronto General Hospital setzt auf innovative, pflegegeleitete Versorgungsformen. Gemeinsam mit lokalen Partnern betreibt es mobile Gesundheitskliniken, die von Nurse Practitioners geführt werden. Diese mobilen Einheiten versorgen insbesondere vulnerable Bevölkerungsgruppen. So finden hier beispielsweise Menschen ohne festen Wohnsitz oder mit eingeschränktem Zugang zum Gesundheitssystem eine Anlaufstelle. Neben der primären medizinischen Versorgung bieten sie auch psychosoziale Betreuung und präventive Gesundheitsberatung an und leisten damit einen Beitrag zur Reduktion gesundheitlicher Ungleichheit.21,22,23

Weitere renommierte Einrichtungen engagieren sich für die Stärkung pflegegeleiteter Strukturen. Das Johns Hopkins Hospital unterhält mit dem Lillian D. Wald Community Nursing Center ein pflegegeleitetes Gesundheitszentrum, das sozial benachteiligte Gruppen in East Baltimore mit niedrigschwelligen Angeboten versorgt. Von Impfungen bis zu Angeboten der Gesundheitsbildung steht ein breites Spektrum an Angeboten bereit. Das Massachusetts General Hospital wiederum verbindet im Ruth Sleeper Nursing Center for Clinical Education and Wellness pflegerische Versorgung mit akademischer Lehre. Hier werden PatientInnen kostenfrei medizinisch betreut, während Pflegekräfte in praxisnahen Settings ausgebildet werden.24,25

Pflegegeleitete Modelle gehen weit über eine Entlastung ärztlicher Strukturen hinaus. Sie eher verkörpern eine neue Form der integrierten Versorgung, in der Pflegefachpersonen nicht nur unterstützend, sondern richtungsweisend agieren und eine ganzheitliche Versorgung sicherstellen.

Versorgung im häuslichen Umfeld

Die Versorgung im häuslichen Umfeld markiert einen Paradigmenwechsel in der modernen Gesundheitsversorgung: Weg vom ausschließlich stationären Setting hin zu patientenzentrierten, flexiblen Behandlungsformen, die den Genesungsprozess in die vertraute häusliche Umgebung verlagern. Der Einsatz digitaler Technologien und Telemedizin ermöglicht eine Versorgung auf Krankenhausniveau. Besonders nach operativen Eingriffen oder bei chronischen Erkrankungen bieten diese Lösungen die Chance, medizinische Qualität und persönliche Lebensqualität zu verbinden. Exemplarisch stehen sie für eine neue Versorgungslogik, in der nicht nur die Belastung der Gesundheitseinrichtungen reduziert, sondern auch die Zufriedenheit der PatientInnen erhöht wird.

Im Massachusetts General Hospital können PatientInnen mithilfe von verschiedenen „at-home-care“-Modellen zuhause genesen. Dies ist zum Beispiel oft nach Operationen möglich. Bei der fortgeführten Behandlung zuhause werden die Vitalparameter der PatientInnen 24/7 überwacht, außerdem bekommen die PatientInnen mehrere Besuche von ÄrztInnen pro Tag und können mit Telemedizintechnologie rund um die Uhr ihr Pflegeteam und die ÄrztInnen erreichen (Mass General Brigham, n.d.).4

Das Singapur General Hospital bietet seinen PatientInnen die Möglichkeit an, ihren Krankenhausaufenthalt von zuhause zu absolvieren. Das medizinische Team ist rund um die Uhr telefonisch erreichbar und besucht die PatientInnen zu Hause und bringt Medikamente vorbei. Außerdem erleichtert sich dadurch der Entlassungsprozess für die PatientInnen (Singapore General Hospital, n.d.).5

Digitale Tools zur optimalen virtuellen Versorgung

Die fortschreitende Digitalisierung prägt zunehmend die Ebenen der medizinischen Versorgung. Sie eröffnet neue Wege, PatientInnen unabhängig von Zeit und Ort mit hochqualitativer medizinischer Expertise zu versorgen. Virtuelle Versorgungsmodelle und telemedizinische Anwendungen ermöglichen es, Diagnostik und Therapieplanung effizient zu gestalten und räumliche Grenzen aufzulösen.

Durch den Einsatz digitaler Tools kann nicht nur die Kontinuität der Behandlung gewährleistet, sondern auch der Informationsfluss zwischen Versorgungsteams optimiert werden. So entstehen vernetzte Versorgungsstrukturen, die Entscheidungsprozesse beschleunigen und den Zugang zu spezialisierter Expertise erweitern.

Ein Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung solcher digitalen Strategien bietet die Mayo Clinic, die mit ihrer webbasierten Plattform ,,CareLink“ eine direkte Verbindung zwischen überweisenden ÄrztInnen und den Fachabteilungen der Klinik schafft. Behandelnde Einrichtungen können Befunde, Diagnosen und Dokumente digital übermitteln und haben Einblick in den Behandlungsverlauf ihrer PatientInnen. Ergänzt wird dieses System durch digitale Fallkonferenzen und den Austausch wissenschaftlicher Expertise, wodurch die Mayo Clinic ihre Rolle als internationales Referenzzentrum in der digitalen Versorgung weiter festigt.28,29

Auch die Cleveland Clinic setzt auf digitale Patienteninteraktion. Über Online-Terminvergaben, Telekonsultationen und digitale Zweitmeinungen wird die ärztliche Expertise ortsunabhängig verfügbar gemacht, wodurch insbesondere Notaufnahmen entlastet und Versorgungskapazitäten effizienter genutzt werden können. Mit der App ,,MyChart“ erhalten PatientInnen sicheren Zugriff auf ihre medizinischen Daten, Testergebnisse und Behandlungstermine und können direkt mit dem medizinischen Personal kommunizieren. Ein Modell, das Transparenz und Servicequalität stärkt.30,31,32

Darüber hinaus zeigen zahlreiche weitere internationale Kliniken, wie digitale Instrumente zu einer integrierten Versorgung beitragen. Das Toronto General Hospital bietet virtuelle Notaufnahmebesuche an, die insbesondere PatientInnen mit eingeschränkter Mobilität oder erhöhtem Infektionsrisiko den Zugang zur Akutversorgung erleichtern.33 Das Johns Hopkins Hospital nutzt derweil die ,,MyChart“-Plattform zur sektorenübergreifenden Kommunikation und zur Verbesserung der Koordination zwischen medizinischen Teams.34
Die Charité wiederum hat gemeinsam mit dem Krankenhausträger Vivantes hierzulande eine digitale Kooperationsplattform entwickelt, die Behandlungsdaten sicher zwischen Einrichtungen austauscht und so Doppeluntersuchungen und Medikationsfehler vermeidet.35 Auch das Singapore General Hospital und das Universitätsspital Zürich integrieren digitale Termin- und Zuweisungssysteme, um den Zugang zu spezialisierter Versorgung zu vereinfachen und administrative Abläufe effizient zu gestalten.36,37

Programme, Projekte und Gemeinschaft

Die weltweit führenden Gesundheitsinstitutionen sehen ihre Verantwortung nicht mehr ausschließlich in der kurativen Behandlung. Die Mitgestaltung einer gesunden Lebensweise spielt eine zunehmende Rolle in den Bemühungen der entscheidenden Köpfe. Programme und Projekte, die auf Prävention und Gesundheitsförderung abzielen, stärken die Verbindung zwischen Klinik und Gesellschaft und erweitern den Versorgungsauftrag über die Grenzen des Krankenhauses hinaus.
Gesundheitliche Chancengleichheit wird gefördert, präventive Kompetenzen in der Bevölkerung gestärkt und Vertrauen zwischen medizinischen Einrichtungen und der Gesellschaft aufgebaut. Damit wird das Krankenhaus zu einem integralen Bestandteil eines umfassenden Gesundheitsökosystems. Das erklärte Ziel: Gesundheit als gemeinschaftliche Verantwortung zu begreifen und zu fördern.

Cleveland Clinic

Die Cleveland Clinic stärkt die Gemeinschaft durch ein weitreichendes medizinisches Netzwerk. Die „Community Health Strategy“ zielt darauf ab, Gesundheitsbarrieren zu senken und Chancengleichheit zu fördern (Cleveland Clinic, n.d.).6 Ein Beispiel dafür ist „Medicare Accountable Acre Organization“. Freiwillige unterstützen PatientInnen beim Zugang zu Gesundheitsversorgung, Kinderbetreuung und Ernährung (Cleveland Clinic, n.d.).7

Außerdem bietet die Cleveland Clinic weitere Programme wie Sponsoring, Selbsthilfegruppen und Veranstaltungen zur Förderung der Gesundheit an (Cleveland Clinic, n.d.).8 Die Themen reichen von Adipositas und Brustkrebsmanagement bis hin zu Trauergruppen und Geburtsvorbereitungskursen (Cleveland Clinic, n.d.).9

Toronto General Hospital: Spezialisierte Programme für umfassende Patientenbetreuung

Das Toronto General Krankenhaus bietet spezialisierte Programme, die auf die Bedürfnisse der PatientInnen abgestimmt sind. Ein Beispiel ist das Prähabilitationsprogramm, das darauf abzielt, den Gesundheitszustand vor Operationen zu optimieren. Virtuelle Gespräche bereiten die PatientInnen optimal auf die Behandlung vor (University Health Network, n.d.).10

Weitere Programme bieten Unterstützung für pflegende Angehörige und integrierte Pflege an. Die Programme geben den Angehörigen Informationen und Hilfsmittel, um das Wohlbefinden zu steigern (University Health Network, n.d.).11 Das Programm für integrierte Pflege bietet außerdem eine Service-Hotline an, die rund um die Uhr erreichbar ist. Dadurch werden die Hindernisse und Belastungen, die mit der Navigation und Koordinierung der Versorgung von PatientInnen verbunden sind, verringert und Kapazitäten freigegeben (University Health Network, n.d.).12

John Hopkins Hospital: Gemeinschaftsinitiativen

Das John Hopkins Krankenhaus stärkt die lokale Gemeinschaft durch Community-Projekte. Diese Initiativen fördern die wirtschaftliche Entwicklung, verbessern den Zugang zu Gesundheitsförderung und präventiven Maßnahmen und stärken die soziale Unterstützung der PatientInnen, um eine ganzheitliche, sektorübergreifende Versorgung zu gewährleisten (Johns Hopkins Medicine, n.d.).13

Massachusetts General Hospital: Gesundheitsversorgung durch Community-Programme

Die Gemeinschaftdes Massachusetts General Hospital setzt sich aus über 20 Gesundheitszentren zusammen. Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität durch Prävention, psychische Hilfe und Versorgung (Massachusetts General Hospital, n.d.).14 Ein Beispiel dafür ist das finanzielle Hilfsprogramm „MassHealth ACO-Programm“. Das Programm hat das Ziel, eine lückenlose Versorgung zu gewährleisten, die den individuellen Bedürfnissen der PatientInnen gerecht wird, ohne dass finanzielle Hürden den Zugang zu notwendigen Gesundheitsdiensten einschränken. So wird eine nachhaltige und effiziente Gesundheitsversorgung für Menschen mit begrenztem Einkommen sichergestellt (Mass General Brigham, n.d.).15

Charité Berlin: Sektorübergreifende Projekte zur Patientenoptimierung

Das INDEED-Projekt der Charité untersucht, wie PatientInnen in Notfallversorgungsstrukturen in Deutschland behandelt werden. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen Notfallversorgung, stationären und ambulanten Diensten zu verbessern. Dazu wird der Datenaustausch optimiert, um Übergänge zwischen den Behandlungsstufen nahtlos und effizient zu gestalten (Charité – Universitätsmedizin Berlin, n.d.).16

Das PreFree-Projekt zielt darauf ab, die sektorübergreifende Versorgung von Schwangeren mit Risikoschwangerschaften durch digitale Fernüberwachung und Entscheidungshilfen zu verbessern. Das Projekt nutzt moderne Technologien und eine App, um Schwangeren zu ermöglichen, ihre Gesundheit selbstständig von zuhause aus zu überwachen und bei auffälligen Werten frühzeitig medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dadurch werden Klinikaufenthalte reduziert und Kapazitäten geschont (Innovationsfonds G-BA, n.d.).17

Im Rahmen des CAEHR-Projekts (Cardiovascular Diseases – Enhancing Healthcare through cross-sectoral Routine data integration) soll der intersektorale Datenaustausch in der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbessert werden. Ziel des Projekts ist es, eine effizientere Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen ambulanten und stationären Einrichtungen zu fördern (Kassenärztliche Vereinigung Berlin, n.d.).18

Forschung, Innovation und internationale Kooperation

Forschung und Innovation bilden die Grundlage für den medizinischen Fortschritt und sind Triebkräfte einer zukunftsorientierten Gesundheitsversorgung. Universitätskliniken übernehmen dabei eine doppelte Rolle: Sie fungieren als Orte der exzellenten Patientenversorgung und als Motoren wissenschaftlicher Erkenntnisgewinnung. Durch die Verzahnung von klinischer Praxis und akademischer Forschung entstehen Synergien, die eine Translation neuer Erkenntnisse in die medizinische Anwendung ermöglichen.

Internationale Kooperationen fördern darüber hinaus den Wissenstransfer über Ländergrenzen hinweg und stärken die globale Gesundheitsforschung. Sie tragen dazu bei, gemeinsame Standards zu entwickeln und Innovationen zu skalieren. Mit dem langfristigen Ziel, Wissenschaft und Medizin in einem integrativen System zum Wohle der PatientInnen zu vereinen.

Karolinska Universitetssjukhuset

Das Karolinska-Universitätskrankenhaus ist ein global führendes Krankenhaus und bedeutendes akademisches Zentrum. Die enge Kooperation mit dem Karolinska-Institut verbindet Forschung und Praxis. Diese Zusammenarbeit fördert eine schnelle Integration neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Patientenversorgung und unterstützt die sektorübergreifende Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Disziplinen (Karolinska Institutet, n.d.).19

Darüber hinaus pflegt das Karolinska eine internationale Partnerschaft mit der Charité in Berlin, einer weiteren weltführenden medizinischen Einrichtung. Gemeinsame Projekte umfassen globale Gesundheitsforschung, Präzisionsmedizin und Telemedizin (Ärzteblatt, n.d.).20

Charité Berlin

Die Charité fördert die translationale Forschung, die die Grundlagenforschung mit der klinischen Anwendung verknüpft. Schwerpunkte liegen in Bereichen wie Infektion, Immunität, Onkologie und regenerative Therapien. Interdisziplinäre Zentren wie das Research Center for Infection, Inflammation and Immunity und das Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien unterstützen diese Forschung. Durch enge Zusammenarbeit zwischen Forschung und Klinik werden neue Therapien entwickelt und direkt in die Patientenversorgung integriert (Wikipedia, n.d.).21

Sheba Medical Center

Das Sheba Medical Center verbindet Forschung, medizinische Versorgung und Technologie. Die Klinik pflegt Partnerschaften mit renommierten Institutionen, wie dem MD Anderson Cancer Center in den USA. Die Bedeutung von Innovation, Weiterentwicklung und Forschung wird auch durch globale Initiativen wie das Accelerate, Redesign, and Collaborate (ARC) Innovation Center deutlich. Die Zusammenarbeit zwischen klinischen Einrichtungen, akademischen Institutionen und dem industriellen Bereich schafft eine Brücke zwischen den verschiedenen Einrichtungen des Gesundheitswesens. Die Zusammenarbeit ist global und international ausgerichtet (Sheba Medical Center, n.d.).22

Außerdem hat sich das Sheba Medical Center ein Standbein im medizinischen Tourismus aufgebaut und ermöglicht die Behandlung von PatientInnen aus dem Ausland. Die Klinik kümmert sich, um Transport, Unterkünfte und Visa, sodass sich die PatientInnen vollständig auf ihre Genesung konzentrieren können. Dadurch verbindet die Klinik medizinische und nicht-medizinische Dienste bei der Versorgung von PatientInnen (Sheba Medical Center, n.d.).23

Fazit

Die Untersuchung der weltweit führenden Krankenhäuser und der Aspekte zur sektorenübergreifenden Versorgung zeigen deutlich, wie eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Sektoren des Gesundheitswesens die Effizienz und Qualität der Behandlung erheblich steigern können.

Die sektorübergreifende Zusammenarbeit, die sowohl stationäre als auch ambulante Versorgung sowie soziale und rehabilitative Angebote miteinander verbindet, stellt sicher, dass PatientInnen schnell und effektiv behandelt werden und über den gesamten Heilungsprozess hinweg bestmöglich unterstützt sind. Besonders hervorzuheben ist der Einsatz moderner Technologien, wie digitale Plattformen, die es ermöglichen, Versorgungslücken zu schließen und eine nahtlose Kommunikation zwischen den verschiedenen Akteuren des Gesundheitssystems zu fördern.

…………………………………………………………………………

Quellen

  1. Newsweek. (2025, February 26). World’s Best Hospitals 2025. Abgerufen am 28. April 2025, von https://rankings.newsweek.com/worlds-best-hospitals-2025

  2. Bundesministerium der Justiz. (2025). § 12b KHG – Sektorenübergreifende Versorgungseinrichtungen. Abgerufen am 09. Februar 2025, von https://www.gesetze-im-internet.de/khg/__12b.html

  3. Doctolib. (n.d.). Sektorenübergreifende Versorgung: Definition und Beispiele. Abgerufen am 09. Februar 2025, von https://info.doctolib.de/blog/sektorenuebergreifende-versorgung-definition-und-beispiele/

  4. Heuking Kühn Lüer Wojtek. (n.d.). Sektorenübergreifende Versorgungseinrichtungen – Neue Regelungen durch § 12b KHG. Abgerufen am 09. Februar 2025, von https://www.heuking.de/de/news-events/newsletter-fachbeitraege/artikel/sektorenuebergreifende-versorgungseinrichtungen.html

  5. Mass General Brigham. (n.d.). Healthcare at Home. Abgerufen am 02. April 2025, von https://www.massgeneralbrigham.org/en/patient-care/services-and-specialties/healthcare-at-home

  6. Singapore General Hospital. (n.d.). SGH at Home – Family Medicine Continuing Care. Abgerufen am 01. April 2025, von https://www.sgh.com.sg/patient-care/specialties-services/Family-Medicine-Continuing-Care/Pages/SGH-at-Home.aspx

  7. Cleveland Clinic. (n.d.). Community Partnerships. Abgerufen am 20. März 2025, von https://my.clevelandclinic.org/about/community/invest#community-partnerships-tab

  8. Cleveland Clinic. (n.d.). Accountable Care Organizations (ACO). Abgerufen am 20. März 2025, von https://my.clevelandclinic.org/patients/information/aco

  9. Cleveland Clinic. (n.d.). Support Groups. Abgerufen am 20. März 2025, von https://my.clevelandclinic.org/patients/information/support-groups

  10.  Cleveland Clinic. (n.d.). Events. Abgerufen am 20. März 2025, von https://events.clevelandclinic.org/?months=1

  11.  University Health Network. (n.d.). Prehabilitation Program. Abgerufen am 21. März 2025, von https://www.uhn.ca/Surgery/Clinics/Prehabilitation_Program

  12. University Health Network. (n.d.). Caregiver Resource Hub: Find Support. Abgerufen am 21. März 2025, von https://www.uhn.ca/PatientsFamilies/Caregiver-Resource-Hub/Pages/Find-Support.aspx

  13. University Health Network. (n.d.). Integrated Care. Abgerufen am 21. März 2025, von https://www.uhn.ca/Integrated-Care/pages/default.aspx

  14. Johns Hopkins Medicine. (n.d.). About Community Health: Johns Hopkins Hospital. Abgerufen am 21. März 2025, von https://www.hopkinsmedicine.org/about/community-health/johns-hopkins-hospital

  15. Massachusetts General Hospital. (n.d.). Community Health Centers. Abgerufen am 2. April 2025, von https://www.massgeneral.org/community-health/community-health-centers

  16. Mass General Brigham. (n.d.). Medicare and MassHealth ACOs. Abgerufen am 2. April 2025, von https://www.massgeneralbrigham.org/en/patient-care/patient-visitor-information/medicare-and-masshealth-acos

  17. Charité – Universitätsmedizin Berlin. (n.d.). Inanspruchnahme und sektorenübergreifende Versorgungsmuster von Patienten in Notfallversorgungsstrukturen in Deutschland. Abgerufen am 2. April 2025, von https://notfallmedizin-nord.charite.de/forschung/forschungsprojekte/indeed_inanspruchnahme_und_sektorenuebergreifende_versorgungsmuster_von_patienten_in_notfallversorgungsstrukturen_in_deutschland

  18. Innovationsfonds G-BA. (n.d.). Neue Versorgungsformen: Prefree. Abgerufen am 2. April 2025, von https://innovationsfonds.g-ba.de/projekte/neue-versorgungsformen/prefree.634

  19. Kassenärztliche Vereinigung Berlin. (n.d.). Praxis-News: Aktuelles. Abgerufen am 2. April 2025, von https://www.kvberlin.de/fuer-praxen/aktuelles/praxis-news/detailansicht/pn230731-2

  20. Karolinska Institutet. (n.d.). Über uns. Abgerufen am 2. April 2025, von https://www.karolinska.se/om-oss/ki/

  21. Ärzteblatt. (n.d.). Charité Berlin kooperiert mit Karolinska University Hospital. Abgerufen am 2. April 2025, von https://www.aerzteblatt.de/news/charite-berlin-kooperiert-mit-karolinska-university-hospital-8749b7bf-5895-4b0b-acd9-2741f3f8b207

  22. Wikipedia. (n.d.). Berlin-Brandenburger Zentrum für Regenerative Therapien. Abgerufen am 2. April 2025, von https://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Brandenburger_Centrum_f%C3%BCr_Regenerative_Therapien

  23. Sheba Medical Center. (n.d.). Healthcare Reimagined: ARC’s Journey of Global Transformation. Abgerufen am 1. April 2025, von https://www.shebaonline.org/healthcare-reimagined-arcs-journey-of-global-transformation/

  24. Sheba Medical Center. (n.d.). Medical Tourism at Sheba. Abgerufen am 1. April 2025, von https://www.shebaonline.org/medical-tourism-sheba/

phonemail

Für das beste Krankenhaus, das man sein kann.

Sie wollen Ihre Einrichtung oder das Gesundheitswesen weiterentwickeln? Dann freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

Kontakt

+49 (0)621 3008400