Übergangspflege wirksam umsetzen – wie Krankenhäuser Wirtschaftlichkeit und Versorgungsqualität verbinden können

Beitrag von Ingolf Drube - Senior Consultant (12.02.2026)

Übergangspflege ist längst mehr als ein gesetzlicher Auftrag oder eine kurzfristige Entlastung im Klinikalltag. Richtig gedacht und umgesetzt wird sie zu einem strategischen Instrument, das Verweildauern steuern, die Pflege entlasten und wirtschaftliche Stabilität sichern kann. In der Praxis zeigt sich jedoch: Zwischen Anspruch und Umsetzung liegen erhebliche organisatorische und strukturelle Herausforderungen.

Genau hier setzt ZEQ an – mit Erfahrung aus zahlreichen Projekten an der Schnittstelle von Pflege, Medizin, Organisation und Wirtschaftlichkeit.

Übergangspflege als Schlüsselstelle zwischen Akutversorgung und Anschlussversorgung

Übergangspflege adressiert eine zentrale Schwachstelle im Versorgungssystem: Patientinnen und Patienten, die medizinisch nicht mehr akut behandlungsbedürftig sind, deren Entlassung jedoch aufgrund fehlender Anschlussversorgung nicht unmittelbar möglich ist. Ohne strukturierte Lösungen führt dies zu verlängerten Liegezeiten, blockierten Betten und wachsender Belastung für Pflege und Behandlungsteams.

Als gezielt gesteuertes Versorgungsangebot kann die Übergangspflege diese Lücke schließen – vorausgesetzt, sie ist klar definiert, organisatorisch verankert und in die Gesamtsteuerung des Krankenhauses integriert.

Wirtschaftlichkeit neu denken: Übergangspflege als Investition

In vielen Häusern wird Übergangspflege zunächst als zusätzlicher Kostenfaktor wahrgenommen. Unsere Projekterfahrung zeigt jedoch ein anderes Bild: die Übergangspflege entfaltet ihren wirtschaftlichen Nutzen dort, wo sie strategisch gedacht wird.

Zu den zentralen Effekten zählen:

  • die Entlastung akutstationärer Bereiche
  • die Reduktion nicht medizinisch begründeter Liegezeiten
  • eine stabilere Belegungs- und Kapazitätssteuerung
  • die Vermeidung wirtschaftlicher Risiken durch Überlieger und ineffiziente Prozesse

Wirtschaftlichkeit entsteht nicht durch die maximale Auslastung jeder Station, sondern durch die richtige Versorgung am richtigen Ort – mit klaren Prozessen und Verantwortlichkeiten.

Verweildauer aktiv steuern statt passiv verlängern

Fehlende Anschlussversorgung ist einer der häufigsten Gründe für verlängerte Krankenhausaufenthalte. Die Übergangspflege ermöglicht es, diesen Effekt aktiv zu steuern – durch frühzeitige Identifikation geeigneter Patientengruppen, klare Aufnahmekriterien und strukturierte Entlassungsprozesse.

In der Praxis zeigt sich, dass Häuser mit klar implementierter Übergangspflege nicht nur an Steuerungsfähigkeit gewinnen, sondern auch an Transparenz in ihren Behandlungsprozessen. Verweildauer wird damit zu einer gestaltbaren Größe und nicht zu einer Folge ungelöster Schnittstellenprobleme.

Typische Herausforderungen in der Umsetzung

So klar das Konzept erscheint, so anspruchsvoll ist die Umsetzung. In vielen Projekten begegnen uns wiederkehrende Herausforderungen:

  • unklare Zuständigkeiten zwischen Pflege, Medizin, Sozialdienst und Case Management
  • fehlende Integration der Übergangspflege in die Belegungs- und Entlassungssteuerung
  • personelle Engpässe und hohe Belastung in der Pflege
  • Unsicherheiten in der Abgrenzung zur Akutversorgung

Diese Punkte lassen sich nicht durch Einzelmaßnahmen lösen. Erfolgreiche Übergangspflege braucht ein integriertes Umsetzungsmodell, das auf die individuelle Struktur, Leistungslogik und Zielsetzung des jeweiligen Hauses abgestimmt ist.

Chancen für Pflege, Organisation und Führung

Richtig umgesetzt stärkt Übergangspflege nicht nur die Organisation, sondern insbesondere die Pflege. Sie ermöglicht eine bedarfsgerechte Versorgung, klarere Rollenprofile und eine höhere fachliche Qualität im Umgang mit vulnerablen Patientengruppen.

Gleichzeitig eröffnet sie Führungskräften neue Perspektiven auf Kapazitätsmanagement, sektorenübergreifende Versorgung und interprofessionelle Zusammenarbeit. Übergangspflege wird damit zu einem Baustein moderner Krankenhausstrategie und nicht zu einer reinen Pflichtaufgabe.

Wie ZEQ die Umsetzung unterstützt

ZEQ begleitet Krankenhäuser bei der Einführung und Weiterentwicklung von Übergangspflege ganzheitlich, von der strategischen Einordnung bis zur operativen Umsetzung. Als erfahrenes Beraterteam mit tiefem Verständnis für Pflege, Medizin und Krankenhausökonomie unterstützen wir unter anderem bei:

  • der Entwicklung eines tragfähigen Zielbilds für Übergangspflege
  • der organisatorischen und prozessualen Einbindung in bestehende Strukturen
  • der Klärung von Rollen, Verantwortlichkeiten und Steuerungslogiken
  • der Verknüpfung mit Belegungsmanagement, Verweildauersteuerung und Controlling

Unser Fokus liegt dabei nicht auf theoretischen Konzepten, sondern auf umsetzbaren Lösungen, die im Klinikalltag funktionieren und nachhaltig Wirkung entfalten.

Fazit

Übergangspflege ist ein zentraler Hebel für wirtschaftlich stabile, qualitativ hochwertige und zukunftsfähige Krankenhausversorgung. Sie erfordert klare Entscheidungen, integrierte Konzepte und eine konsequente Umsetzung.

Krankenhäuser, die diesen Weg strategisch gehen wollen, profitieren von Erfahrung, Struktur und einem Partner, der die Realität des Klinikalltags kennt. ZEQ unterstützt Sie dabei, Übergangspflege nicht nur einzuführen, sondern wirksam umzusetzen.

 

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